Mut machen: Selbsthilfe in der Corona-Krise

Wege in der Selbsthilfe gibt es auch in der Corona-Krise: 

Die telefonische Beratung durch KIS läuft weiter unter 04551/3005. 


Hier gibt es einige Tipps, für die Selbsthilfe in Zeiten der Kontaktsperre zu Themen wie: Kontakte elektronisch pflegen, Informationsseiten und Hilfsangebote im Internet, Ideen für die Freizeitgestaltung (u.a. Videoanleitungen), Anleitung für Behelfsmasken etc.: 

  • Kontakte weiter pflegen:
Persönliche Treffen sind durch die Kontaktsperre grundsätzlich verboten. Die Kontakte können in der Gruppe dank technischer Möglichkeiten dennoch gepflegt werden. Die KIS empfiehlt, den telefonischen Kontakt untereinander zu suchen. Einfach mal nachfragen, wie es dem anderen geht. Das machen viele Gruppen sonst auch, wenn einzelne Mitglieder erkrankt zuhause bleiben müssen. Auch für Telefonate kann man sich fest verabreden, so dass sicher ist, dass alle gerade Zeit für ein Gespräch haben. Eine altmodisch anmutende ist die Telefonkette nach Schneeballprinzip. Dafür kann eine Reihenfolge vereinbart werden und ein Rhythmus, einmal in der Woche, alle zwei Tage, ... so wie ihr es braucht. 

Möglich ist es auch, sich per E-Mail auszutauschen. Das geht jederzeit und die anderen können antworten, wenn es in ihren Tagesablauf passt. 

Messengerdienste, Telefonkonferenzen oder Videotelefonate sind eine weitere Möglichkeit. Doch nicht alle sind mit den nötigen technischen Mitteln ausgestattet. Zudem müssen wir an den Schutz sensibler Informationen denken. Wir möchten darauf hinweisen, dass es Alternativen zu den üblichen und oft kritisierten Anbietern unter den Messenger Diensten gibt, beispielsweise: die App Hoccer (für Android und iOs), die schweizerische App Wire (auch für Videotelefonie und Telefonkonferenzen geeignet), Signal oder Threema (kostenpflichtig). Die Dienste müssen heruntergeladen werden. Für die meisten ist eine Handynummer nötig. Übersichten, auch bezüglich der Datensicherheit von Messengerdiensten gibt es unter eben diesem Stichwort auf Wikipedia. Informationen über geeignete Medien  und Hilfestellung bietet ein Verein im Internet unter www.digitalcourage.de. 

  •  Hilfsangebote anderer Anbieter (eine Auswahl): 
     
    (Eine Bitte vorweg: Auf allen im folgenden angegebenen Internet seiten sind wichtige Informationen zum Coronavirus und den Auswirkungen der Corona-Krise hinterlegt. Wer Fragen hat, ist gut beraten, erst einmal auf diesen Seiten nachzuschauen, zum einem bestimmten Aspekt oder unter Häufig gestellte Fragen (FAQs).) 

- Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine Hotline zum Thema Corona-Virus eingerichtet: 030/346 465 100; 
  ebenso die Unabhängige Patientenberatung: 0800 011 77 22. 

   Auf der Internetseite des BMG gibt es viele Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie: www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html.

   Angeboten wird auf der Seite auch ein WhatsApp-Kanal mit Informationen rund um das Coronavirus.   

- Ein Bürgertelefon rund um das Thema Coronavirus hat auch das Land Schleswig-Holstein geschaltet: 0431/797 000 01. 

- Regionale Informationen über die Situation gibt es auf der Internetseite des Kreises Segeberg unter: www.segeberg.de/corona. Hinterlegt sind wichtige Telefonnummer, Hinweise auf Helferkreise, 
  die vor allem über Facebook erreichbar sind sowie alle Erlasse und Verbote im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. 

- Die Stadt Bad Segeberg bietet ein Bürgertelefon für Hilfsgesuche und Hilfsangebote in der Corona-Krise an unter 04551/96 56 99 (Mo.-Fr., 9 -16 Uhr). Wer Hilfe braucht oder sich als Helfer in Bad 
  Segeberg registrieren lassen will, kann eine Anmeldung in den Briefkasten des Rathauses oder des WortOrts (Stadtbücherei) werfen. Informationen gibt es dazu auch im Internet unter www.bad-
   segeberg.de.

- Die Stadt Bad Bramstedt hat zwei Hotlines zu Fragen rund um das Thema Coronavirus eingerichtet:  04192/50620 und 04192/50667. Unter www.bad-bramstedt.de wird auch ein Chatforum 
  angeboten, in das Beiträge für alle sichtbar eingestellt werden können. Hinweise gibt es auch zu Hilfsangeboten wie dem Aufruf zur Nachbarschaftshilfe des DRK. 

- In Kaltenkirchen gibt es auch Informationsangebote und Hilfsangebote. Als Bürgertelefon sind die Nummern 04191/9390 und 04191/939444 (Mo.-Fr., 9 - 12 Uhr) frei geschaltet. Die Stadt bietet 
  an, Ausweise für Helfer in der Corona-Krise auszustellen. Die informationen sind zu finden unter www.kaltenkirchen.de. 

  Hilfsaktionen bieten in Kaltenkirchen der Verein Regenbogen (Tel.: 04191/4115, info@regenbogen-kaltenkirchen.de) und die Tausendfüßlerstiftung (Tel.: 04191/9579647, info@tf-stiftung.de) an.

- Auf der Internetseite der Gemeinde Henstedt-Ulzburg gibt es ebenfalls Informationen rund um das Coronavirus: www.henstedt-ulzburg.de.

- Die Stadt Norderstedt hat ein Bürgertelefon zum Thema Coronavirus unter 040/535 95 658 (tägl. 8-18 Uhr) eingerichtet. Auf der Internetseite www.norderstedt.de werden weitere Informationen 
  zur Corona-Epidemie angeboten.

- Auf ihrer Internetseite www.wahlstedt.de verweist die Stadt Wahlstedt auf Hilfsangebote wie die Nachbarschaftshilfe und hat Informationen zur Corona-Krise eingestellt. Die Nachbarschaftshilfe 
  sammelt die Meldungen freiwilliger Helfer sowie die Hilfsgesuche für Einkäufe, das Gassigehen mit dem Hund u. a. Tekefonisch ist sie zu erreichen unter 04554/92650. Auf der Internetseite ist ein 
  Anmeldeformular hinterlegt.    

- Bundesweit hat sich ein Hilfsportal etabliert: www.die-einkaufshelden.de etabliert. Interessierte können sich online registrieren lassen.   

- Ein Bürgertelefon gibt es beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS (www.bmas.de/DE/Service/Buergertelefon/buergertelefon.html). Es gibt verschiedene Nummern für 
  unterschiedliche Bereiche, u.a. für Arbeitsrecht: 030/221 911 004. 
  
  Unter www.arbeitsagentur.de sind die Informationen der Arbeitsagentur für Arbeit im Internet zu fnden, hinterlegt sind Infos zum Kurzarbeitergeld, Hilfe für Eltern bei Verdienstausfall usw.
  Hier findet sich auch eine Suchmaske für den Kontakt zu den regionalen Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern. Auch diese Institutionen sind für den Publikumsverkehr vorerst geschlossen. 

 

- Barrierefreie Informationen zur Corona-Epidemie gibt es auf der Internetseite der Aktion Mensch: www.aktion-mensch.de/corona-infoseite.

- Hilfe zur emotionalen Bewältigung der Corona-Krise bietet die Deutsche Angstselbsthilfe unter: www.angstselbsthilfe.de/aktuelles.

- Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) bietet eine anonyme und kostenlose Corona-Hotline an: 0800 777 22 44 (täglich besetzt von 8 - 20 Uhr).

- Informationen wie die oben genannten gibt es auf der Internetseite der NAKOS: www.nakos.de.

  •  Schöne Nachrichten und Zeitvertreib zwischendurch  

Anregungen, worüber sich Menschen in Zeiten der Pandemie austauschen können, um sich gegenseitig auzumuntern gibt es auch aus den Selbsthilfegruppen: 

Aus einer Gruppe stammt der Vorschlag, beim Spaziergang ein schönes Foto mit dem Handy zu machen, um es den anderen in der Gruppe zu schicken. Motive gibt es im beginnenden Frühling mit Sicherheit genug.

Sport:

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich abzulenken. Wer etwas entdeckt, was auch anderen Spaß machen könnte, kann diesen Tipp gern in der Gruppe weiter geben, vielleicht schöne Kochrezepte, Anregungen für die Meditation oder den Sport in den eigenen vier Wänden. Videos sind beispielsweise zu finden über die Internetseite www.rehasportzuhause.de.
Ein Videoportal hat auch die AOK Nordwest freigeschaltet. Unter www.cyberpraevention.de/aok. AOK-Versicherte können diesen Online-Fitnessclub bis zum Jahresende kostenfrei nutzen. Ein Blick kann sich auch auf die Seiten der anderen Krankenkassen lohnen. 

Endlich Zeit ein gutes Buch zu lesen! Die Bibliotheken in Schleswig-Holstein bieten die digitale Ausleihe zur Zeit kostenlos an unter: www.onleihe.de/sh. 
Auf der Suche nach Buchtipps helfen auch die Webseiten der regionalen Buchhandlungen. Die meisten bieten die Möglichkeit an telefonisch oder online zu bestellen und die Ware bis vor die Haustür auszuiefern. Wer einen tollen Tipp parat hat, kann ihn gern unter kis-segeberg@awo-sh.de mitteilen. Wir geben ihn dann an dieser Stelle weiter. 

Gibt es Online-Kochschulen? Auf jeden Fall gibt es im Internet jede Menge Rezepte zum Nachkochen und Backen, etwa bei den Ernährungsdocs. 

Wir wäre es mit einem Online-Besuch im Tierpark oder Museum, um sich mit anderen über die Eindrücke auszutauschen? Einige Online-Rundgänge lassen sich auf YouTube finden. Tipps gefällig? Die Drostei in Pinneberg bietet einen virtuellen Rundgang durch die aktuelle Ausstellung. Der Tierpark Arche Warder bietet Tiergeschichten von Schafen und Schweinen. Tierpark Hagenbeck hat über einen Link zu YouTube einige Videos von vierbeinigen Bewohnern eingestellt. Wie wäre es mit der Kunsthalle Hamburg (einzelne Videos hinterlegt), den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (Online Collection), dem Pariser Louvre, Schloss Sanssouci (YouTube), dem Rijksmuseum Amsterdam, dem Palacio da Pena (Sintra, Portugal), dem Goldmuseum in Lima (Museoroperu)?

Kinos sind auch geschlossen. Filme, Dokumentation und Serien gibt es in reichlicher Auswahl. Fragt doch in der Gruppe nach Empfehlungen oder sucht einen Fim aus, den alle dann zuhause gucken, so dass sich gemeinsamer Gesprächsstoff jenseits von Corona für das nächste Telefonat ergibt. 

 

  •  Anleitung zum Nähen eines Mund-Nasen-Schutzes Aufruf der AWO 

 Zur Unterstützung von Einrichtungen hat der AWO-Landesverband Mitglieder aufgerufen, Mund-Nasenschutzmasken zu nähen. Dafür gibt es eine Materialliste und eine Anleitung. Die Masken dienen als Behelf, weil es an zertifizierten Schutzmasken mangelt. Wer Interesse an der Nähanleitung hat oder sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich unter an die Maailadresse kis-segeberg@awo-sh.de wenden oder anrufen unter 04551/3005.  

  •  Wie verbringe ich den Tag?

"Ich brauche Struktur", ist ein Wunsch, der häufig in Gruppengesprächen geäußert wird. Darum wissen dann auch die anderen Mitglieder in eurer Selbsthilfegruppe. Außerdem kennen wir alle Situationen, in denen es uns schwer fällt, den inneren Schweinehund zu überwinden. Hier können Gruppen eine motivierende Stütze sein für Mitgleder die den Eindruck haben, Alltagsaufgaben wie den Abwasch nicht mehr hinzukriegen oder einfach nur noch auf dem Sofa zu versauern. Anstatt im Café kann man sich zum Telefonieren verabreden, gern auch täglich, sei es als Weckruf, zwischendurch, abends oder ganz konkret zu einer festen Uhrzeit. 
Empfehlungen für eine Tagesstruktur kennen wir fast alle. Sie gelten auch in Zeiten der Kontaktsperre: Drei feste Mahlzeiten einplanen, einmal am Tag etwas kochen, für jeden Tag eine Aufgabe im Haushalt (Wäsche machen, Staubsaugen, Blumen gießen etc). Einkäufe mittels Liste planen. Feste Zeiten für den täglichen Spaziergang, die Lesestunde, das Basteln für Ostern oder ähnliches einplanen.  Tages- oder Wochenpläne, die aufeschrieben werden, wirken verbindlicher. Gruppenmitglieder können sich gegenseitig helfen, wenn sie sich darüber austauschen, was sie in den tag über gemacht haben. Sozusagen eine Befindlichkeitsrunde am Telefon. Es geht nicht um Bevormundung oder Kontrolle, sondern um moralische Unterstützung, wie wir sie uns auch sonst in den Selbsthilfegruppen wünschen.  
 

   

Wir von der KIS werden versuchen, ein Chatforum über diese Homepage einzurichten, in dem sich Gruppenmitglieder in einem geschützten virtuellen Raum austauschen können. Dabei bitten wir um etwas Geduld, bis wir es zum Laufen kriegen. 

Bitte nutzt die KIS-Telefonnummer auch, wenn ihr Ideen für die Selbsthilfe in Krisenzeiten habt. Dann können wir sie hier an alle weiter geben. 

Passt auf euch auf, bleibt zuhause, schützt euch selbst und möglischt viele eurer Mitmenschen.